Guido Eckert: "Auch tote Sterne können leuchten", ZEITmagazin Nr. 8

Obwohl ich nicht zu dieser 68er-Generation gehöre, ärgert mich die maßlose Arroganz, mit der hier über Menschen geurteilt wurde. Über Menschen, deren Traum es war, die Wirklichkeit oder doch zumindest ihre eigene Lebenswirklichkeit zu verändern, sie durch neue Werte lebenswerter zu machen. Aber ich will hier nicht Ideale, die nicht meine Ideale sind, zu erklären versuchen. Ich will nur einfach nicht verstehen, warum es so verachtenswert sein soll, sich im jugendlichen beziehungsweise jungen Erwachsenenalter Träumen von einem anderen, erfüllteren Leben hinzugeben, wie immer dieses Leben aussehen mag. Dies wird auf die lapidare Formel "Hauptsache alternativ" reduziert.

Julia Wiegand, Kiel

Dieser Artikel gibt Anlaß zur Frage, was von den liberalen und toleranten Grundsätzen der ZEIT übriggeblieben ist, wenn zugelassen wird, daß ein zynisch-opportunistischer Autor über Menschen herzieht, die offensichtlich weder 1968 noch heute zu den Gewinnern unserer Gesellschaft zählten beziehungsweise zählen.

Der Autor, der wahrscheinlich noch nie in seinem Leben auch nur einen Schritt jenseits der Norm gewagt hat, macht sich lustig über Menschen, die an ihre Ideale glauben und auch heute in diesen angepaßten Tagen es wagen, diese noch zu leben, auch wenn sie dabei nicht sehr erfolgreich sind. Lars Friedrichsen, Kiel