Preisfrage: Was haben Börsenkurse und Statistiken gemeinsam? Antwort: Jeder kann mit ihnen alles erklären. Beispiele gefällig? Nehmen wir die jüngsten Ereignisse: In Australien siegen die Konservativen. Haushoch. Was macht der Aktienmarkt in Sydney? Natürlich, er steigt. Die Börsianer reiben sich die Hände. Schließlich ist die Linke vernichtend geschlagen. Ist doch immer so, oder?

Fast gleichzeitig gehen in Spanien die Wähler an die Urnen. Die konservative Volkspartei überflügelt die seit dreizehn Jahren regierenden Sozialisten. Ein historischer Sieg. Die Börse in Madrid reagiert mit einem Kurseinbruch. Alles klar?

Verwirrt blicken wir in heimische Gefilde. Der Deutsche Aktienindex (Dax) hat jetzt erstmals - wenn auch nur kurz - die historische Marke von 2500 Punkten überschritten. Ein denkwürdiger Rekord, und das noch vor Frühlingsanfang. Daran hat zu Jahresbeginn wohl kaum jemand geglaubt.

Was soll es bedeuten? Setzen die Investoren weiter auf den Kanzler? Oder kann Rot-Grün selbst eingefleischte Kapitalisten nicht mehr schrecken? Eins scheint klar: Wer an der Börse eine rationale Antwort sucht, liegt schief.