Der verheißungsvolle Titel "Die Arktis entdecken" (Trescher Verlag Berlin, 26,80 Mark) ist etwas übertrieben: Beate Schischkes Reiseführer läßt Alaska und Sibirien links liegen und beschränkt sich auf die Darstellung Grönlands und Nordkanadas. Frosterfahrenen Expeditionstouristen wird das schmale Bändchen nicht weiterhelfen, es zielt eher auf Arktis-Laien, für die es - einen gutgefüllten Geldbeutel vorausgesetzt - ein langsam wachsendes Angebot am eisigen Nordende der Welt gibt. In komprimierter Form wird informiert, wie sich ein sommerlicher Wander-, Kanu- oder Jagdurlaub in diesen Breiten verwirklichen läßt.

In geographischen, klimatischen und ökologischen Fragen erweist sich die Autorin als kompetent, weniger sollte man sich jedoch auf ihre Schilderung der arktischen Bevölkerung verlassen. "Erfolgreich waren die Missionare vergangener Jahrzehnte, denn das Christentum hielt unangefochten Einzug in die westliche Arktis": Die Aussage ist hochgradig naiv und verschweigt, welche kulturellen Verheerungen mit der Bibel in der Hand hier angerichtet wurden. Auf die schwierige Begegnung mit den Inuit bereitet das Buch jedenfalls nur mangelhaft vor.