Was tun, wenn man Gehälter drücken und Mitarbeiter loswerden will? Die Geschäftsführung der Suhler Tageszeitung Freies Wort hat einen passenden Weg gefunden. Die 1952 gegründete Zeitung (Auflage: 115 000 Exemplare) wird einfach mit der Südthüringer Zeitung (stz) (Auflage: 22 000) zusammengelegt und künftig nur noch als Südthüringer Zeitung erscheinen. Das Freie Wort dürfte allenfalls als Untertitel erhalten bleiben. Wie viele Redakteure bleiben, hängt von ihrem Opferwillen ab. Verlagsangebot: 70 Prozent der Westgehälter - wie bei der stz. Geschäftsführer Peter Leibold sieht keinen anderen Ausweg: "Die Vertriebspreise liegen bei 50 Prozent der Westpreise, das Anzeigengeschäft liegt darnieder, die Kosten betragen 95 Prozent der Westkosten." Gesellschafter beim Freien Wort: der Süddeutsche Verlag (70 Prozent) und die SPD.

Lange Zeit galt er als Bilderbuch-Unternehmer: Manfred Schmitt, Chef und Mehrheitsaktionär des populären Computerdiscounters Escom. Mit preisgünstigen Personalcomputern rollte er den Markt auf. Doch sein Unternehmen rutschte 1995 mit 125 Millionen Mark tief in die roten Zahlen.

Dabei hatte Schmitt im vergangenen Jahr erst noch Furore gemacht, als er Hagenuk übernahm. Das Kieler Unternehmen war mit der Produktion von Handys in die Krise geraten. Schmitt witterte die Chance, auch auf diesem Markt durchzustarten.

Jetzt braucht er jedoch erst einmal eine kräftige Kapitalspritze, um seinen Computerhandel wieder flottzumachen. Die Siemens-Tochter SNI will entsprechend ihrer Beteiligung in Höhe von zehn Prozent bei einer Kapitalerhöhung mitziehen. Anteilseigner Quelle (25 Prozent) wollte sich zu diesem Thema zu Beginn der Woche indes nicht äußern. Und ob das RWE - wie seit geraumer Zeit beabsichtigt - bei Escom jetzt noch einsteigen wird, ist längst noch nicht beschlossen: "Wir verhandeln noch", heißt es beim RWE.

Nicht nur Pessimisten haben es befürchtet: Fokker-Chef Ben van Schaik wird spätestens kommende Woche Konkurs anmelden. Zwar führt der Chef des hochverschuldeten niederländischen Flugzeugherstellers noch mit dem koreanischen Samsung-Konzern und der chinesischen Staatsfirma Avic Gespräche. Chancen für einen Verkauf sieht die Fokker-Führung jedoch offenbar nur nach einer Entschuldung durch einen Konkurs. Im schlimmsten Fall würde nur ein Teil der Fokker-Betriebe, etwa die Bereiche Fluzgzeugwartung, Kabelproduktion und Militärprodukte, die jetzt schon teilweise für Drittkunden arbeiten, mit 2000 bis 2300 (von derzeit noch rund 7500) Beschäftigten überleben.

Jahrelang konnte Silvio Berlusconi, nahezu unbehelligt von privater Konkurrenz, sein Fernsehimperium in Italien ausbauen. Die Zeiten sind nun offenbar vorbei: Nicht Berlusconi, sondern ein Newcomer im römischen Privat-TV-Markt hat sich nämlich für 650 Millionen Mark die Fernsehrechte für die Übertragung von Fußballspielen der ersten und zweiten Liga gesichert. Der Vertrag gilt für die nächsten drei Jahre.

Der Überraschungssieger ist Vittorio Cecchi Gori, von Haus aus Filmproduzent und erst seit einigen Monaten Besitzer des TV-Senders Telemontecarlo. Die teuer erkauften Fußballrechte sollen, so Goris Kalkül, den Marktanteil seines Senders von knapp fünf Prozent nach oben katapultieren - eine Hoffnung, die angesichts der Fußballbegeisterung seiner Landsleute nicht unbegründet ist.