Als die ZEIT darüber nachzudenken begann, ob sie sich im Internet präsentieren sollte, tauchte rasch die Frage auf: Geht das zusammen? Hier die Wochenzeitung: großformatig, schwarzweiß, in klassischem Layout, mit einer Neigung zu langen Artikeln und einer gewissen Skepsis, was Bilder anlangt. Etwas für Menschen, die Muße haben. Dort das World Wide Web (WWW): bunt, aufregend und aufgeregt, mit einer Vorliebe für Theatralik, für Bilder und Effekte. Etwas für Menschen mit einem hyperaktiven Zeigefinger, der sie von Homepage zu Homepage klicken läßt.

Wie also soll das zusammengehen? Gar nicht! So die erste Reaktion. Doch je weiter die Überlegungen führten, desto deutlicher wurde: Die ZEIT kann nur gewinnen. Das Internet mit seiner Informationsfülle bietet sinnvolle Ergänzungen des journalistischen Angebots. Und die Kommunikation im Netz ist so unmittelbar und schnell, daß sich die Debatte mit der Leserschaft auf neue Weise führen läßt.

Bleibt das Problem mit den überlasteten Leitungen. Deshalb gestaltete die ZEIT eine Präsenz, die ökonomisch mit den Ressourcen umgeht. Während anderswo bilderbeladene Homepages mit 30 Kilobyte die Leitungen verstopfen, kommt die der ZEIT mit 6 Kilobyte aus.

Klassisch schwarzweiß, intuitiv zu benutzen, die Chancen des neuen Mediums nutzend: So lautete schließlich das Konzept, auf das sich die Redaktion der ZEIT im Internet einigte.

Gegliedert ist die elektronische Ausgabe in sechs Rubriken.

Das Thema Hier werden jede Woche die Thesen eines Artikels zusammengefaßt und zur Diskussion gestellt. Jeder Leser ist eingeladen, mit anderen und, von Fall zu Fall, mit Redakteuren der ZEIT zu debattieren.

Die aktuelle Ausgabe Hier finden sich ausgewählte Beiträge aus den einzelnen Ressorts: Politik, Feuilleton, Computer, Modernes Leben, Wissen, Wirtschaft und Medien. Die Texte der Druckausgabe werden hierfür noch einmal bearbeitet und um Hinweise auf andere Informationsquellen im Internet ergänzt.