Anstellungsverträge für Vorstandsmitglieder gelten normalerweise für fünf Jahre - das ist die im Aktiengesetz festgeschriebene Obergrenze. Weil auch bei Vorständen die Arbeitskraft einem natürlichen Verschleiß unterliegt, lassen deren Fähigkeiten hin und wieder schon vor Erreichen der Altersgrenze von 65 deutlich nach. Ist dann die restliche Arbeitszeit vertraglich gesichert, wird es zumindest teuer, wenn sich das Unternehmen von ihnen trennen will.

Dem soll nun zumindest im Veba-Konzern abgeholfen werden. Veba-Chef Ulrich Hartmann hat im Einvernehmen mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden - dem früheren Bayer-Boss Hermann-Josef Strenger - durchgesetzt, daß Vertragsverlängerungen nur noch dann in Fünfjahreszeiträumen erfolgen, wenn das 60. Lebensjahr am Ende der Laufzeit noch nicht vollendet ist. Im Klartext heißt das: Ein bei Ende seines alten Vertrages 57 Jahre alter Veba-Manager erhält nur noch einen Vertrag für drei weitere Jahre.

Die Karriere im Veba-Konzern ist damit freilich nicht automatisch beendet. Vielmehr kann der Vertrag durchaus um zweimal zwei Jahre und schließlich noch um ein weiteres Jahr verlängert werden.

Sparsamkeit in eigener Sache hat Günter Smidt, bei der Bremer Vulkan Verbund AG unter anderem für Finanzen zuständiges Vorstandsmitglied, bewiesen. Die Planung für seine von Experten auf mindestens zwei Millionen Mark geschätzte Villa in Bremen Nord machte für ihn 1994 der inzwischen pensionierte Leiter der Vulkan-Bauabteilung, Hein Witte, "aus Freundschaft", wie der Architekt sagt. Immerhin 500 Arbeitsstunden steckte Witte in Entwurf und Organisation des aufwendigen Baus. Gelegentlich habe der Auftrag ihn auch während der Arbeitszeit beansprucht, räumt Witte ein.

Smidt mag in dem Vorgang nichts Verwerfliches erkennen. Wer ihn kenne, wisse, daß er nichts Unrechtes tue, bemerkt er. Auch er sieht die Aktivität des Vulkan-Architekten als reinen Freundschaftsdienst, schließlich "kenne ich Witte schon seit 20 Jahren". Glücklich, wer solche Freunde hat: Normalerweise hätte Smidt ein Honorar von 150 000 bis 200 000 Mark zahlen müssen.

Was lange schon prophezeit wurde, ist jetzt amtlich: Die Rosenheimer Gebrüder März AG kann ihre Rechnungen nicht mehr bezahlen. Am Montag wurde beim Amtsgericht in Rosenheim Vergleich angemeldet. Zuvor hatten die zwölf Pool-Banken die Kredite gesperrt und den bereits besiegelten Verkauf der EKU-Brauerei an die Kulmbacher Reichelbräu gestoppt.

Innerhalb der nächsten drei bis vier Wochen soll entschieden werden, ob der angeschlagene Konzern mit 2100 Arbeitsplätzen durch den Vergleich noch gerettet werden kann oder ob März endgültig das Aus droht. Die zur März-Gruppe gehörende Henninger-Brauerei und der ebenfalls tief in der Verlustzone steckende Moksel-Konzern in Buchloe haben derweil erklärt, sie seien durch das Insolvenzverfahren nicht beeinträchtigt.