Der erste "Wettbewerb für sozialverantwortlichen Tourismus" hat zwei Sieger aus Asien. Ausgezeichnet wurden während der Internationalen Tourismusbörse in Berlin die Ferienanlage "Sua Bali" in Indonesien und die Organisation Woodlands Network in Sri Lanka.

Der Studienkreis für Tourismus und Entwicklung will mit dem neuen Wettbewerb Initiativen auszeichnen, die an der Entwicklung touristischer Projekte auch die ortsansässige Bevölkerung beteiligen und gute Beispiele für den Erhalt der einheimischen Kultur liefern. "ToDo!95", so der offizielle Titel, wirbt außerdem für die soziale Verantwortung der Urlauber und der Tourismusindustrie gegenüber den "Bereisten" in Entwicklungsländern.

Nach Auffassung der Jury haben die beiden Preisträger auf diesem Gebiet nachahmenswerte Projekte gestartet. Bei der Ferienanlage "Sua Bali" handelt es sich um sechs Gästehäuser am Rande des Dorfes Kemenuh. Der Gutachter des Studienkreises attestierte der kleinen Anlage, daß sie im Einklang mit der dörflichen Kultur und Wirtschaft konzipiert sei und auch so betrieben werde.

Die ausländischen Gäste sollen sich weitgehend dem balinesischen Lebensstil anpassen. Sie gelten als zeitweilige Mitglieder der Dorfgemeinschaft und zahlen während ihres Aufenthalts täglich einen US-Dollar in eine Gemeinschaftskasse ein.

Der zweite Preisträger, die Organisation Woodlands Network in Sri Lanka, wurde von sechs Frauen in Bandarawela gegründet. Das Büro vermittelt interessierten Urlaubern den Aufenthalt bei einheimischen Familien, in Klöstern und Meditationszentren, und es gibt Publikationen für ausländische Touristen heraus, die über Sitten und Gebräuche in der Provinz Uva aufklären.

Außerdem will Woodlands Network die Menschen anregen, sich in der Wachstumsbranche Tourismus auf eigene Faust Verdienstmöglichkeiten zu erschließen. So versucht die Organisation Know-how zu vermitteln, indem sie beispielsweise Englischkurse für Lodge-Besitzer anbietet und lokale Fremdenführer ausbildet.

An dem Wettbewerb "ToDo!95" hatten sich 23 Bewerber aus 13 Ländern beteiligt. Zu den Initiatoren gehören neben dem Studienkreis für Tourismus das Entwicklungshilfeministerium in Bonn, das österreichische Außenministerium und die evangelische Kirche Deutschlands. Der Preis soll in diesem Jahr erneut ausgeschrieben werden.