Da können die Arbeitslosenzahlen steigen und die Einkommen sinken, die Deutschen lassen sich durch nichts davon abhalten zu verreisen. So war es auch 1995.

Zwar nahm die Reiseintensität leicht ab, dennoch waren 49 Millionen Bundesbürger über 14 Jahre 1995 mehr als fünf Tage fort von zu Hause, genau diese Zahl wurde auch im Jahr davor registriert. Da nicht mehr so viele gleich mehrmals den Koffer packten, ging die Zahl der Urlaubsreisen um fast drei Millionen auf 64,5 Millionen zurück. Diese ersten Ergebnisse stellte die Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen (F.U.R.) während der Internationalen Tourismusbörse in Berlin vor. Im Januar waren knapp 8000 Personen nach ihrem Urlaubsverhalten befragt worden.

Unverändert blieb die Hitparade der Urlaubsziele. Auch wenn die Zahlen weiter bröckeln, Deutschland war und ist der Deutschen liebstes Feriengebiet, rund ein Drittel der Reisen führten ins eigene Land, zuvörderst nach Bayern, dann nach Schleswig-Holstein. Mecklenburg-Vorpommern überrundete mittlerweile Baden-Württemberg. Auch bei den Auslandszielen siegte wieder Bewährtes: Spanien vor Italien und Österreich, Frankreich und Griechenland. Kräftig aufholen konnte die Türkei und rangiert nun vor den Niederlanden und der Schweiz.

Wie eh und je benutzte mehr als die Hälfte der Urlauber wieder ihr Auto, über achtzehn Millionen aller Reisen begannen im Flugzeug.

Statistisch gesehen, bleibt der deutsche Urlauber 14,1 Tage weg und gibt dabei 1410 Mark aus, ein Betrag, der sich zu Gesamturlaubsausgaben von mehr als 90 Milliarden Mark hochrechnen läßt.

Bescheiden sind die Wünsche an die Ferien: "Raus aus dem Alltag" ist für fast sechzig Prozent das wichtigste Urlaubsmotiv. Mehr als die Hälfte der Feriengäste gibt den Gaststättenbesuch als die häufigste Urlaubsaktivität an, noch vor dem Baden und Sonnenbaden. Lediglich ein Prozent schwingt den Golfschläger.

Ganz ungebremst scheint der Drang in die Ferne aber nicht mehr zu sein. Was ihre Reisepläne für dieses Jahr angeht, sind die Urlauber vorsichtiger geworden. Nur noch knapp siebzig Prozent werden wahrscheinlich verreisen (1995 äußerten noch vier Prozent mehr diese Absicht). Rund sechzehn Prozent denken, daß sie vermutlich nicht wegfahren werden.