Andreas Sentker: "Die Wurzel allen Dübelns", ZEIT Nr. 12

Die "Wurzel allen Dübelns" liegt nicht bei Artur Fischer. Wir haben vielmehr von der Schweizerischen Eidgenossenschaft zu "Erfindungsschutz" das Hauptpatent Nr. 286.793, erteilt am 2. März 1953 in Bern und erteilt an unseren Seniorchef Richard W. Heckhausen. Erfindungsschutz hatten wir also lange vor dem 8. November 1958, als Fischer beim Deutschen Patentamt sein Patent Nr. 1097117 angemeldet hat. Wir kennen auch die Patentanmeldung des United States Patent Office (Anmeldung des Joseph Rawlings und der Rawlings Company Limited) vom 13. April 1935.

Leslie Heckhausen (Tox Dübel Technik), Bodman-Ludwigshafen

Schon 1928 wurde den findigen Inhabern der Firma Niedergesäß und Co in Berlin für den "Hülsenspreizdübel", damals nur als Metalldübel möglich, vom Reichspatentamt das DRP Nr. 555384 erteilt. Dieser Dübel besaß alle entscheidenden Merkmale des späteren Plastiknachfolgers.

Am 19. März 1929 wurde im Berliner Statischen Prüfungsamt die vermutlich weltweit erste amtliche Dübelprüfung auf Belastbarkeit erfolgreich durchgeführt. Ein entsprechendes Dokument attestiert: "baupolizeilich in statischer Hinsicht geprüft". Zugegeben: Fischers Dübelprüfung mit dem aufgehängten Firmenwagen war spektakulär.

Doch auch die Erfinder des Niedax-Dübels, Alexander Niedergesäß und Fritz Axthelm (mein Vater), warben ab 1929 sehr selbstbewußt mit der Aufhängung der ganzen Weltkugel an dem kleinen Wunderdübel: "Und hing am Niedax-Dübel auch die Welt - Sie würden staunen, wie der hält."

Renate Horn, Bonn