Hansjakob Stehle: "Widerstand mit Widersprüchen", ZEIT Nr. 13

Zu der Bildunterschrift "Rückkehr von der Kardinalsweihe": Ein Kardinal wird erwählt, aber niemals geweiht.

Klaus Kynart, Neuenrade Nach der Pogromnacht vom 9./10. November 1938 hatte Bischof Clemens August vor, öffentlich für die Juden einzutreten, nachdem einige jüdische Mitbürger darum gebeten hatten. Der Bischof war bereit, auf die Kanzel zu gehen, wenn ihm die Juden schriftlich erklärten, es ihm nicht als Schuld anzulasten, falls infolge des Protests die Nazis zu schärferer Vergeltung gegen die Juden greifen sollten.

Nach sorgfältiger Beratung durch jüdische Mitbürger unterblieb ein öffentlicher Protest Galens.

Bernhard Arens, Dülmen

Es ist ein Verdienst des Artikels, das Bild vom "Bischof mit dem Löwenmut" schon im Titel relativiert zu haben. Galen hatte von den Verlegungen der Psychiatriepatienten in die Tötungsanstalten der "T 4" nicht erst im Sommer 1941 erfahren, wie es der Text der zitierten Predigt in der Lambertikirche vermuten läßt. Bereits Ende Juli/Anfang 1940, also mehr als ein Jahr vor seiner "machtvollen Predigt", hatte ihn der Chefarzt der Bethelschen Anstalten, Dr.

Karsten Jaspersen, über die Hintergründe der Verlegungen der Patienten unterrichtet.