Heinz-Günter Kemmer: "Kein Mut zur Wahrheit", ZEIT Nr. 13

Eine Zusammenlegung Ruhrkohle/Saarbergwerke ist betriebs- wie volkswirtschaftlich sinnvoll!! Wer nämlich glaubte, die Saarbergwerke könnten sich aus eigener Kraft aus dem Sumpf ziehen, ist reichlich blauäugig. Angesichts leerer öffentlicher Kassen mußte etwas geschehen!

Was spricht auch gegen einen Zusammenschluß mit der Ruhrkohle?

An Rhein und Ruhr ist dieser Konzern doch längst ein Motor des Strukturwandels: Dort wurden bereits zahlreiche neue Geschäftsfelder erschlossen, so im Umweltschutz, im Kohlehandel, in der Bergbautechnik oder auch in der Immobilienwirtschaft. Diese Diversifikationspolitik muß auch bei den Saarbergwerken forciert werden, damit das Unternehmen überlebt.

Michael Lindberg, Gütersloh

Natürlich muß der Staat (wie Kemmer richtig schreibt) langfristig "Planungssicherheit schaffen". Kurzfristig gilt es jedoch, die im Berger-Gutachten genannten Chancen beim Schopfe zu packen - um dem Saarland neue Perspektiven zu geben! Saarberg kann bei der Kohlenförderung (das belegen beide Gutachten) enorme Kosten sparen und auf den anderen Geschäftsfeldern kräftig wachsen.

Beides ist im Interesse des Landes und seiner Menschen - läßt sich aber nur dann erreichen, wenn so viele Anteile wie eben möglich in unternehmerische Verantwortung übergehen. Jeder Fachmann in Sachen Strukturpolitik wird das überdies bestätigen! Für den Wandel einer Region (sprich: des Saarlandes) ist privatwirtschaftliches Engagement einfach unerläßlich. Der Bund macht das meines Erachtens richtig, indem er seine Anteile verkauft.