Helfer im Rechendschungel

"Es ist vergebene Liebesmüh, wenn einer rechnen soll und weiß nicht wie." So heiter und gelassen wie Wilhelm Busch stehen die wenigsten Menschen der Mathematik gegenüber. Für Menschen mit Rechenschwäche, sogenannte Arithmastheniker, ist selbst das kleine Einmaleins ein unlösbares Problem. Den deutschen Schulen stellt dabei der Bremer Mathematiker Rolf Röhrig in seinem jüngst erschienenen Buch (Mathematik mangelhaft. Neue Wege beim Lernen, Rowohlt 1996, 14,90 DM) ein entmutigendes Zeugnis aus. Statt die Lernenden beim aktiven Nachvollziehen zu unterstützen und die "richtige" Fehlerursache im Gespräch zu beheben, setzten die meisten Mathelehrer auf den altbekannten Paukerstil. "Im Gegensatz zu anderen Fächern hilft bloßes Auswendiglernen in Mathe nur wenig. Vielmehr muß auf die Verständnisschwäche eines jeden einzelnen individuell eingegangen werden", meint der freiberufliche Diplom-Mathematiker Röhrig.

Er stützt sich auf eine wissenschaftliche Studie, die er 1984 im Auftrag des Berliner Bundesinstituts für Berufsbildung durchgeführt hat. Über ein Jahr begleitete der Mathematiker sechzehn- bis achtzehnjährige Metall-Auszubildende mit Lernschwächen bei ihrer Lehre. Dabei machte er die Beobachtung, daß die rechenschwachen Schüler mathematisch nicht weniger talentiert waren, sondern daß sie beim Rechnen lediglich falsch vorgingen - eine Tatsache, die Röhrig als durchaus übertragbar auf andere Schüler, Lehrer und Eltern ansieht. Sie alle will Röhrig mit seinem Buch nun auf den Pfad der mathematischen Freude leiten.

Beispiel gefällig? Zwei Leser dieser Zeitung brauchen für die Lektüre dieses Artikels fünf Minuten. Wie lange benötigen fünf Leser? "Neue" Mathematik, wie sie Wilhelm Busch, selber ein eher mittelmäßiger Schüler, bestimmt gefallen hätte.

C.H.

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