Daniel Jonah GoldhagenSeite 2/2
Als eine Art zweites Zuhause bezeichnet Daniel Goldhagen das Minda-de-Gunzburg Zentrum für europäische Studien der Universität Harvard. Hier, in einem Neorenaissance-Gebäude im Herzen von Cambridge, befindet sich auch sein Arbeitsplatz. Über seinem Schreibtisch hängt das Selbstportrait des Malers Felix Nussbaum, eines belgischen Juden, der 1944 in Auschwitz ermordet wurde.
Am vergangenen Montag stellte Goldhagen im Washingtoner Holocaust-Museum auf einem Symposium Vertretern einer jüngeren Generation von Holocaust-Forschern sein Buch zur Diskussion. Seine Kritiker, darunter auch der israelische Historiker Jehuda Bauer von der Hebräischen Universität in Jerusalem, bezweifeln vor allem die Originalität seiner These. Auf die Besonderheit des deutschen Antisemitismus, die in Goldhagens Buch einen zentralen Platz einnimmt, seien bisher auch schon andere Holocaust-Forscher ausführlich eingegangen.
- Datum 12.04.1996 - 14:00 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 16/1996
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