Am Hafenbecken von Sliema herrscht lebhaftes Verkehrstreiben.

Mopeds kreischen, Fahrradfahrer klingeln, Pferdehufe klappern auf dem Asphalt der Uferpromenade. Die grünen Busse Maltas stammen aus den fünfziger Jahren. Chrom blitzt an allen Ecken, bunte Wimpel und Fahnen flattern auf den Kotflügeln und dem Dach. Vorn an der Windschutzscheibe kleben Poster von Fußballern neben Heiligenbildern, ganz nach dem persönlichen Geschmack des Busfahrers. Mit Verwegenheit und Spaß am Gasgeben drängeln sich diese kleinen Panzer durch den wilden Verkehr.

Vom Hafen geht es zunächst die steile Küstenstraße hinauf, dann weiter durch schattige Pinienalleen und vorbei an prächtigen alten Villen aus der Kolonialzeit. Türmchen und Wintergärten lassen den Reichtum ahnen, der hinter diesen Mauern wohnt. Schon fünf Minuten später aber fährt man durch ein Industrieviertel, die Gegend wird ungastlicher. Kleine, schmutzige Fabriken stehen inmitten der Wohnsiedlung, gelb-schwarzer Rauch steigt auf und kriecht flach über die Hausdächer. Die niedrigen Mietskasernen wirken schmuddelig und gesichtslos. Müllhaufen brennen am Straßenrand.

An einem Verkehrskreisel werden direkt von einem großen Lastwagen herab Gemüse, Obst, Brot und Getränke verkauft, Geschäfte gibt es hier kaum.

Nur dreißig Meter entfernt erhebt sich die malerische Silhouette einer verlassenen orientalischen Moschee in den Himmel. In diesem Umfeld wirkt sie wie eine Erscheinung aus Tausendundeiner Nacht.

Bizarr geformte Türmchen und Minarette, fein ziselierte Mauervorsprünge und Zinnen, und über allem schwebt ein geschmiedeter Halbmond.

Direkt daneben liegt der alte jüdische Friedhof, umgeben von einer hohen Mauer, die alle Blicke fernhält. Das Eingangstor ist abweisend mit einem schweren Vorhängeschloß an eiserner Kette versperrt.