Unternehmer kommen in der deutschen Wochenpresse schlecht weg.

Im vergangenen Jahr wurden die Matadore der Marktwirtschaft in 32 Prozent aller einschlägigen Beiträge zumindest teilweise gescholten, während sie in nur 17 Prozent positive Erwähnung fanden. Alle anderen Artikel über Unternehmen und Branchen hatten keine eindeutige Tendenz.

Ja, was soll man da sagen? Wir Wochenpressler bekennen uns vorsorglich schon einmal schuldig. Doch mal ehrlich, liebe Leser: Hätten Sie so viel über die Reorganisationspläne von Hoechst-Chef Jürgen Dormann erfahren wollen wie über die Finten des flüchtigen Immobilienzars Jürgen Schneider - der eine Unternehmer des Jahres, der andere mutmaßlich Bankrotteur des Jahrzehnts? Na also. Sie sind auch nicht besser als wir, wenn man das so sagen darf. Wenden wir unsere Katastrophenlust doch positiv: Von Unternehmen und ihren Chefs erwartet man grundsätzlich nur das Beste. Und wenn sie dann, mit Verlaub, Mist bauen, überrascht uns das. Oder?