Keine Frage: Die geplante Gebührenerhöhung der Post kommt überraschend und ist höchst unpopulär. Der zuständige Minister, Wolfgang Bötsch, wird sich schwer damit tun, das neue Tarifkonzept zu genehmigen.

Denn es hat tatsächlich den Anschein, daß die Post jetzt dort abkassiert, wo sie noch über ein Monopol verfügt: bei dem Transport von Briefen.

Allerdings wäre es unfair, dem Postchef vorzuwerfen, nur phantasielos an der Preisschraube zu drehen. Gleichermaßen setzt er auf Modernisierung und Rationalisierung, um den Postbetrieb profitabler zu machen.

Genau das war Sinn und Zweck der beiden Postreformen.

Ganz klar: Das Management könnte - noch rigoroser als bisher - viele tausend Arbeitsplätze streichen. Doch dann bräche wohl erst recht ein Sturm der Entrüstung los. Populistische Kritik an der Portoerhöhung ist also ganz und gar verfehlt. Jede Reform hat ihren Preis. Leider vergaßen die verantwortlichen Politiker seinerzeit nur, den Bürgern dies auch mitzuteilen.