Allmählich setzt sich im Westen die Einsicht durch: Landminen sind Schreckenswaffen. Sie töten und verkrüppeln noch lange Zeit, nachdem die anderen Waffen schweigen. Rund 110 Millionen Antipersonenminen sind heute in 64 Ländern verlegt. Ihr Krieg nach dem Krieg behindert den Wiederaufbau. Er kostet jedes Jahr 26 000 Menschen das Leben.

Ein Drittel davon sind Kinder.

Bundesverteidigungsminister Rühe hat jetzt ein Signal gesetzt: Die Bundeswehr schafft alle Schützenabwehrminen ab. Im Hardthöhen-Haushalt werden keine Mittel mehr für deren Entwicklung und Produktion vorgesehen. Ein Exportverbot ist schon seit 1994 in Kraft, zunächst allerdings auf drei Jahre befristet.

Opposition und Öffentlichkeit haben die Verbannung der Antipersonenminen aus dem Arsenal der Bundeswehr schon lange gefordert. Die Prüfschleife der militärischen Bedürfnisse im Bündnis war freilich lang und schwierig. Aber Volker Rühe hat erreicht, daß wesentliche Nato- Partner seiner Anregung folgen. So können die Deutschen nächste Woche bei der Genfer UN-Konferenz glaubwürdiger als vordem auf die weltweite Ächtung des Teufelszeugs drängen.