Die Katastrophe der Birgenair wirkt nach: Verunsicherte Urlauber wollen wissen, mit wem sie in den Urlaub fliegen. Neben dem Preis ist plötzlich der Ruf einer Fluggesellschaft wichtig geworden.

Das hat die TUI erkannt und kürzlich eine "Garantie-Erklärung" an alle Reisebüros geschickt, in der sie sich zur Benutzung von 32 namentlich erwähnten Charter- und Linienairlines verpflichtet.

Damit gibt der Reisekonzern aus Hannover die Gewähr, daß seine Kunden keinesfalls mit einer anderen Gesellschaft befördert werden.

"Die Gäste sind sensibilisiert. Das wird mittelfristig auch so bleiben", begründet TUI-Sprecherin Anke Dannler den Vorstoß.

Der Marktführer aus Hannover denkt sogar darüber nach, die jeweilige Fluggesellschaft zu einem verbindlichen Vertragsbestandteil zu machen. "Das würde unsere Konkurrenten ganz schön unter Druck setzen", meint Anke Dannler. "Aber entschieden haben wir darüber noch nicht." Bislang haben Pauschalurlauber keinen Rechtsanspruch auf eine bestimmte Airline.

Die gängigen Reiseverträge erlauben es dem Veranstalter, auch andere Carrier in sogenanntem "Subcharter" einzusetzen. Dazu kommt es, wenn die planmäßige Maschine aus technischen Gründen nicht abheben kann oder in Spitzenzeiten Kapazitätsengpässe auftreten.

Nach Angaben von Neckermann-Sprecher Gunter Träger würden "aber nur weniger als ein Prozent aller Flüge" mit Subcharter abgewickelt.