Die Suchmaschinen des WWW: sammeln um jeden Preis

Hilfreiche Suchmaschinen durchkämmen Tag und Nacht die Weiten der Netzwelt. Dabei sammeln sie Unmengen von Daten - auch über ihre Nutzer

Louis Monier hat kaum Zeit für ein Gespräch. "Etwas mehr Ruhe wäre schön", sagt er, "dann könnte ich den Erfolg genießen." Monier ist beim Computerkonzern Digital Equipment zuständig für Alta Vista, die gegenwärtig schnellste Suchmaschine des World Wide Web. Zwei Dutzend solcher Dienste haben sich bereits im Multimediabezirk des Internet angesiedelt. Eine jede verspricht, auf Anfrage auch noch die entlegenste Information in den Weiten des Web aufzutreiben.

Nun ist unter diesen Suchmaschinen ein denkwürdiger Wettkampf ausgebrochen; wohl nur wenige werden ihn überstehen. Fünf von ihnen zahlten der Softwarefirma Netscape kürzlich jeweils fünf Millionen Dollar nur für einen gut sichtbaren elektronischen Querverweis in deren Web-Niederlassung. Die gilt derzeit mit ein paar Millionen Besuchern täglich als beste Adresse im Web.

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Um ausreichend Kapital für die kommende Materialschlacht zu erlangen, gingen in den vergangenen Wochen drei der populärsten Suchdienste an die Börse. Mit großem Erfolg: Der Aktienkurs des Branchenprimus Yahoo! stieg am ersten Börsentag gleich um 154 Prozent auf 33 Dollar. Das war eine Premiere, wie sie selbst die Wall Street selten erlebt hat.

Das junge Unternehmen mit seinen gerade mal 43 Mitarbeitern hat damit einen Börsenwert von rund 800 Millionen Dollar erreicht. Und das, obwohl es im vergangenen Quartal nur 1,73 Millionen Dollar Umsatz gemacht hat.

Die Anleger hoffen anscheinend, daß die besten Suchmaschinen bald zu unentbehrlichen Zentralregistern des endlosen Netzes werden und dafür kräftig kassieren können: "Ohne Index wäre das Web wertlos", sagt Louis Monier vom Suchdienst Alta Vista. In den mittlerweile rund 45 Millionen Seiten könne sich heute schon niemand mehr zurechtfinden.

Immerhin rund die Hälfte davon hat Alta Vista jetzt säuberlich abgegrast. Der Computer, der diese Arbeit leistet, steht in Palo Alto, mitten im Silicon Valley. "Das ist der größte Rechner, den Digital baut", sagt Monier und zeigt auf einen großen Metallschrank im Computerraum des Forschungslabors: Darin stecken 10 rasend schnelle Prozessoren, 6 Gigabyte Arbeitsspeicher und 210 Gigabyte Speicherplatz auf den Festplatten. Mit einer solchen Ausstattung lassen sich die Hunderttausende von Anfragen, die täglich eingehen, spielend bewältigen.

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