Die meisten Experten einschließlich Volkswagen-Chef Ferdinand Piëch sind ratlos. Sie können sich die für die Branche erfreulichen Zuwachsraten im ersten Quartal einfach nicht erklären. Um 8,2 Prozent nahmen die Neuzulassungen hierzulande im Vergleich zum selben Zeitraum des Vorjahres zu - und das bei hoher Arbeitslosigkeit und flauer Konjunktur. Auch die neue Dienstwagen-Besteuerung, die beim privaten Nutzer von Firmenfahrzeugen mit einem Listenpreis von mehr als 52 000 Mark wesentlich ungenierter als bisher abkassiert, hat den deutschen Autoverkäufern das Leben schwergemacht. Mercedes, BMW, Audi und Porsche berichten übereinstimmend von schweren Einbußen bei ihren teuren Modellen, die nun verstärkt exportiert werden.

Die meisten europäischen Auslandsmärkte melden ebenfalls Zuwachsraten, die in dieser Höhe niemand erwartet hat. Den Vogel schoß Norwegen ab mit 40 Prozent im ersten Quartal. Für alle 17 westeuropäischen Länder zusammen ergab sich ein Plus von 6,8 Prozent. Die renommierten Marktforscher des Londoner Instituts DRI halten den Trend für dauerhaft und korrigierten jetzt ihre Voraussage für dieses Jahr von plus ein auf plus vier Prozent.