Seit Klaus Töpfer nicht mehr durch den Rhein schwimmt, spätestens aber seit Helmut Kohl nicht mehr mit Eiern beworfen wird, hat sich das Bewegungselement aus der Politik verabschiedet.

Politik, so scheint es manchem, ist heute nur noch Papier und zähes Gezänk, weshalb es wahrscheinlich guttut, wenn sich, inmitten der Tristesse, ein Mann zu Wort meldet, für den Bewegung so sehr zur Politik gehört wie für andere die Überzeugung. "Action!" rief Jürgen Möllemann dieser Tage aus Düsseldorf, Action müsse wieder in die Landespolitik - und meint, wie man unterstellen darf, die Bundespolitik.

Beginnen will der FDP-Landeschef mit sechs "Aktionsteams", die an ausgesuchten "Brennpunkten" Bürger informieren sollen: über das Versagen der rotgrünen Landesregierung und liberale Alternativen.

Action bedeutet Bewegung. Aber garantiert Bewegung auch Erfolg?

Im vergangenen Jahr sprang Möllemann, als Aufsichtsrat bei Schalke auch für Action im Fußball zuständig, mit dem Fallschirm über dem Gelsenkirchener Stadion ab - und seine Spieler gingen mit null zu drei gegen die Bayern ein.

Am vergangenen Wochenende hingegen mußte Möllemann seinen diesjährigen Sprung wegen des Wetters absagen - Ergebnis: zwei zu eins für Schalke, und die Uefa-Cup-Teilnahme gab's obendrauf.

Trotzdem: Wenn Politik ein Produkt ist - läßt es sich dann in unseren Zeiten noch ohne Marketing verkaufen?