Alle wirklich wichtigen Menschen in allen wirklich wichtigen Medien reden über die Datenautobahn, auch "Information Superhighway" genannt. Wie faszinierend neu, wie herrlich bunt, andererseits beunruhigend fremd, jedoch gespickt mit ständig ungeahnten Möglichkeiten diese Computernetzwerke doch wären. Da muß einfach was dran sein - und sicher auch was drin sein, was der ganz normale Tourist gebrauchen kann.

Weltweit sind angeblich zwischen dreißig und vierzig Millionen Computerbenutzer mit dem für jeden zugänglichen Internet verbunden.

Das Netz der Netze entstand während des Kalten Krieges und ist längst in zivile Hände übergegangen. Und auch bei den kommerziellen Onlinediensten wie Compuserve und AOL steigen die Kundenzahlen rapide. So hat Compuserve in Deutschland bereits mehr als 100 000 Mitglieder.

Alles, was der Mensch braucht, um in ein Netz zu gelangen, ist einen Computer, ein Modem, einen Telephonanschluß, ein wenig Software und einen Anbieter, der ihm Zugang gewährt. Anbieter, die Eintrittskarten in das Wunderland der Daten anpreisen, gibt es eine ganze Reihe, und alle verlangen sie Gebühren. Die Telekom kassiert immer, egal bei wem man sich ins Netz einwählt, schließlich nutzt man ihre Telephonleitungen. Der Obulus an das lila-rosa Monopol macht den Spaß vor allem seit der jüngsten Gebührenerhöhung kostspieliger.

Wenigstens die Software gibt es meist umsonst, Anruf genügt, und schon kommen die Disketten per Post ins Haus. Nun benötigt der Reisende in spe wahrscheinlich Stunden, um den Kram zu installieren, eine Verbindung herzustellen.

Der Tag kommt, und man durchstreift das Datenland. Ein Reiseziel ist gewählt, ein günstiger Flug soll gebucht werden. Bei Compuserve findet sich unter dem Menüpunkt "Reise" das Computerreservierungssystem von American Airlines: "Eaasy Sabre" mit integriertem "Bargain Finder", der das günstigste Angebot heraussucht. Oder "Worldspan" von Delta, TWA und Northwest, ebenfalls mit eingebautem Schnäppchensucher.

Hat sich der virtuelle Tourist endlich mit der Maus durch die Flughafen- und Ortsabkürzungen sowie die umständliche Benutzerführung hindurchgeklickt, ist die Enttäuschung groß, wenn er erkennen muß, daß es im Reisebüro nebenan durchaus günstigere Angebot gibt.