Mit der "Eh Uhh" haben die Schweizer wunschgemäß nichts am Hut.

Eidgenossenschaftlich geschlossen, votierten sie per Volksentscheid gegen den Beitritt zum europäischen Verbund. Vor allem eines fürchteten unsere Nachbarn: die Aufgabe ihres größten nationalen Symbols, des Schweizer Frankens. Sie waren nicht bereit, die härteste aller Hartwährungen gegen ein ominöses Konstrukt namens Euro einzutauschen.

Insbesondere in den Bankzentralen rund um den Zürichsee begann es in den Mägen der Finanzexperten zu rumoren, sobald vom Gespenst Währungsunion die Rede war.

Doch noch während sich die obersten nationalen Geldhüter und die zuständigen Minister der Mitgliedsländer darüber streiten, wann, wie oder ob überhaupt Mark und Pfund, Lira und Peseta aus den europäischen Portemonnaies verschwinden sollen, erreicht uns die wundersame Kunde von einer ganz geheim und im stillen vollzogenen Währungsunion - ausgerechnet aus der Schweiz.

In Grächen nämlich teilten die Hoteliers und Restaurantbesitzer, Souvenirverkäufer und Bergbahnbetreiber den Stolz der Schweizer Währungshüter und Zürcher Bankiers auf ihren Franken längst nicht mehr.

Grächen, ein kleiner, nahe dem Matterhorn gelegener Urlaubsort im Kanton Wallis, gibt fortan seine eigene Währung heraus, fälschungssicher gedruckt auf edles Banknotenbütten. Und der Horizont der Grächener Währungsvisionäre macht an Europas Grenzen keinen Halt. Nicht nur EU-Touristen sollen ihre nationalen Mäuse fortan gegen den "Grächen-Dollar" wechseln, sondern Schweizbesucher aus aller Herren Länder.

Der Clou für die Grächen-Gäste: Ihnen werden - abhängig vom Härtegrad ihrer eigenen Währung - acht bis zwölf Prozent mehr Grächen-Dollar ausgehändigt, als sie bisher in Franken erhielten.