Der gute Mensch von VermontSeite 5/5
Außer Brecht, natürlich. Es war daher auch lange üblich, die beiden, die einander übrigens gut kannten und meistens mochten, gegeneinander auszuspielen.
Ich habe oben das Wort "liebenswert" gebraucht, als wäre es ein Kriterium, das Gewicht hat. Nun muß ich gestehen: Ich halte es dafür, denn wir haben so wenig davon. Zuckmayer war ein Mann von wohltuender Güte, liberaler Großzügigkeit und bisweilen auch von ansteckender Heiterkeit. Es werden sich Ausnahmen finden lassen.
Aber die Regel gilt: Keiner, der ihn persönlich kannte, haßte ihn. Er wurde geliebt von den Schauspielern, weil er Rollen für Menschen schrieb. Er wurde hoch geachtet von Regisseuren, die gern mit ihm zusammenarbeiteten. Und seine Leser, sein Publikum?
Auch wenn die keineswegs immer alles von ihm gut fanden (zum Beispiel das Stück "Die Uhr schlägt eins" nicht, zum Beispiel den Fernsehfilm "Die Fastnachtsbeichte" nicht): Sie fühlten sich noch im Widerspruch verstanden, unterhalten, belehrt. Ich war Publikum. (Ausstellung bis zum 8. Dezember. Katalog 32,- DM, zu bestellen beim Deutschen Literaturarchiv, Postfach 1162, 71666 Marbach am Neckar.)
- Datum 05.07.1996 - 14:00 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 28/1996
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