Warum Deutsch als Wissenschaftssprache ausstirbtSeite 5/5
Aber die deutsche Sprache? Aus manchen Fächern hat sie sich praktisch bereits verabschiedet, in anderen wird sie es tun. Den nichtenglischen Sprachen fehlen schlicht immer mehr die Wörter für neue wissenschaftliche Begriffe; sie werden auch gar nicht mehr gesucht. Man hat treffend von ihrem lexikalischen "Ausbaurückstand" gesprochen. Er wird zunehmen.
Dem Deutschen, das als die Umgangssprache zu Hause natürlich seinen Ort behalten wird, hilft nicht, wer den aussichtslosen Versuch macht, sich auf der internationalen Bühne darin einzuigeln. Der deutschen Sprache hülfe nur, wer ihr zu Hause zu Hilfe käme, wer zum Beispiel das Seine dazu beitrüge, die unnötige innere Anglisierung zu bremsen, die bereits seine Strukturen anzufressen beginnt.
Jede Sprache an ihrem Ort, der nicht mehr geographisch, sondern inhaltlich bestimmt ist, dort aber richtig - nicht in Paderborn Pidgin-Deutsch ("Schörmen") und in Princeton Pidgin-Englisch ("Ämäriken").
- Datum 19.07.1996 - 14:00 Uhr
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- Quelle (c) DIE ZEIT 1996
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