Der gepanzerte Mähdrescher, dem Außenminister Klaus Kinkel dieser Tage in Mosambik bei der Arbeit zuschaut, kümmert sich um eine ganz besondere Saat. Die vierzig Tonnen schwere umgebaute Waldfräse von Walter Krohn aus Masburg in der Eifel räumt Landminen. Das Ungetüm pflügt den Boden bis zu fünfzig Zentimeter tief und hackt dabei alles in Stücke. Die Minen sollen entweder hochgehen oder in kleine ungefährliche Teile zerlegt werden.

Unser Planet ist mit mehr als hundert Millionen Landminen gespickt.

Täglich töten oder verstümmeln sie etwa hundert Menschen, die meisten davon sind Zivilisten. Yasushi Akashi, Chef des UN-Departments für Humanitäres, hält sie für "das größte menschengemachte Unheil unserer Zeit". Mittlerweile sind sie auch ein Thema für Politik und Wirtschaft geworden: 13 Millionen Mark läßt sich die Bundesregierung dieses Jahr die humanitäre Minenräumung kosten für militärische Minenräumgeräte gibt sie mit über 58 Millionen Mark ein Vielfaches davon aus.

Und wo ein Markt ist, gibt es Streit. Walter Krohn, ein energischer 68jähriger Baumschulenbesitzer mit schlohweißer Mähne, schwört auf die hundertprozentige Räumrate seiner Fräse. Andere Experten äußern sich hingegen skeptisch. Greg Lindstrom, der das UN-Minenräumprogramm in Mosambik betreut, wird sogar richtig wütend: Die Maschine tauge nichts, da sie bei weitem nicht alle Minen beseitige. Das hätten Tests der Uno, die eine Räumquote von 99,6 Prozent verlangt, eindeutig erwiesen. Überdies lasse sie angeknackste Minen zurück, die unberechenbar seien.

Vernon Joynt von der südafrikanischen Firma Mechem, einem der Marktführer in Sachen Minenräumung, sieht Krohns Erfindung wiederum positiver. Auch wenn sie nicht alle Sprengkörper entschärfe, helfe sie den Suchtrupps, da diese dann weniger Minen aufspüren müßten.