Seit ihn der FPÖ-Vorsitzende Jörg Haider als Kandidat für die bevorstehende österreichische Europawahl angeworben hat, ist es für viele vorbei mit der Sympathie für Peter Sichrovsky, den ehemals linken Journalisten aus Wien. Ignatz Bubis, Zentralratsvorsitzender der Juden, trennte sich vom Ghostwriter seiner Biographie. Und nun weigert sich das Theater an der Altmark in Stendal, Sachsen-Anhalt, das Stück "Unheilbar deutsch" (nach einem Buch des Wiener Autors) aufzuführen: Sichrovskys politisches Engagement für den "österreichischen Rechtsaußen Jörg Haider" sei mit der Idee des Projektes unvereinbar.

Der jüdische Publizist beklagte sich daraufhin beim österreichischen, deutschen und internationalen PEN-Club. Er wolle, rechtfertigte er sein Eintreten für die Haider-Partei, "innerhalb der konservativen politischen Landschaft" gegen den Rechtsextremismus kämpfen. Das sei besser, als sich "als antifaschistischer Robin Hood ständig von Gleichgesinnten feiern zu lassen". Sichrovsky als antifaschistisches U-Boot in Haiders Rechtspartei? Zum Schutz gegen Unterwanderung durch Rechte? Ganz schön raffiniert. Wenn das der Parteiführer wüßte.