Angela Praesent kriegt schon wieder einen Übersetzer-Preis. Nicht, daß ich ihr den nicht herzlich mißgönnte man will ja auch nicht ungerecht sein, aber daß sie schon wieder einen kriegt, das ist ja fast schon ein tópos:

Es waren Vögel in der Luft. In der Ferne bellte ein Hund. Angela Praesent bekam einen Übersetzer-Preis.

Unterdessen war es immer später geworden. Der Wind heulte tüchtig im Kamin, die Herren erzählten Gruselgeschichten, die Damen gruselten sich, und man sprach fleißig dem Eierpunsch zu, als plötzlich die alte Standuhr in der Diele laut und vernehmlich zu schlagen begann. Zwölfmal. Geisterstunde. Wie ein kalter Flügelschlag wehte es über die ausgelassene Gesellschaft und hieß sie beklommen innehalten. Nur hinter der schweren Eichentäfelung hörte man, wie Angela Praesent einen Übersetzer-Preis bekam.

Die Türklingel schrillte. Heftig wurde an die Tür geklopft. "Aufmachen!

Polizei!" Angela Praesent bekam vor Schreck einen Übersetzer-Preis.

Ein Trostpreis dafür, daß man Harold Brodkey übersetzt hat, wäre auch einer zu wenig. Ich habe auch mal Brodkey übersetzt und gedacht: "Was ist denn das für ein Spasti??? Alles falsch schreiben und keinen Punkt auf der Maschine. Statt dessen immer - - -"

Stellen Sie sich das mal vor. Sie fressen sich durch den absoluten Schwachsinn des Joyces der 90er, und anstelle eines Punktes schreibt er immer - - - Und jetzt stellen Sie sich das mal vor - - - Das kann man gar nicht tippen, so blöd ist es - - - Stellen Sie sich mal vor, Sie schrieben - - - Und Sie finden kein Satzende, sondern immer nur - - - Aha, denken Sie, jetzt werden auch allmählich die deutschsprachigen Lektorate aufmerksam, denn wenn jemand keinen Punkt auf der Maschine hat und absolut unspannend seinen Schwuch telkram aufdröselt, dann müssen Diogenes, Rowohlt und Hanser doch sofort mitbieten - - - So, stelle ich mir vor, ist der Haffmans Verlag entstanden. Punkt.