Warum ein Schweizer Professor in seiner Heimat eine Computerindustrie aufbauen willSeite 3/3
Gegenwärtig ist Gunzinger viel unterwegs, führt Gespräche mit möglichen Partnern in Deutschland, in den USA, in Japan, hält Vorträge. Er reist ohne Notebook und Handy, arbeitet im Zug und im Flugzeug mit Notizblock und Bleistift, denn er schätzt Zeiten der Ruhe; dem Wahn universeller Erreichbarkeit erliegt er nicht. Schon als Kind versteckte er sich manchmal in einer Höhle in den heimischen Jurabergen, schaute in die Welt hinaus und dachte über sie nach. Einmal im Jahr zieht er sich auch heute noch in ein Kloster zurück, zur Meditation, zur Entspannung, zum Finden neuer Ideen oder einfach, um "die Welt und mich selber besser zu verstehen".
Vielleicht ist das der Schlüssel zu der heiteren Ruhe und Gelassenheit, die er ausstrahlt, obwohl er als Unternehmer in einem der härtesten Märkte des Computergeschäfts tätig ist, in dem selbst Seymour Cray, der Altmeister der Supercomputer, Konkurs gemacht hat. "Was wir hier machen, ist ja gar nicht so wichtig. Das ist wie Schrauben vergolden." Eben ist Anton Gunzinger von Gesprächen in Krakau zurückgekehrt, tief beeindruckt von Kultur und Geschichte der Stadt, an deren Universität einst Kopernikus studiert hat. "Da geschah Weltgeschichte, da ging es um Millionen von Menschen und Schicksale, um Leben und Tod, nicht bloß um ein paar Millionen Umsatz." Trotzdem schreitet er weiter auf seinem Weg voran, denn "Computer bauen ist mein Job".
- Datum 22.11.1996 - 13:00 Uhr
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- Quelle (c) DIE ZEIT 1996
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