Detlef Borchers' Bulkware: Ärger mit Windows CE

Die hohe Schule des Fastens besteht darin, den Dicken das Futter zu rationieren und doch die Illusion zu schaffen, daß dabei alles immer besser wird. Diese Kunst probiert Microsoft gerade aus. Die Firma hat ihr Betriebssystem Windows 95 abgespeckt und so Windows CE gewonnen .

CE steht für Consumer Equipment und ist Programm: Wird die Abmagerung einmal akzeptiert, könnte Windows CE dann auch in chipbestückten Küchen, Fernsehgeräten und Garagentoren seinen Dienst aufnehmen. Ein Projekt dieser Art scheiterte schon einmal, als Microsoft im August 1994 die Entwicklung einer Software namens Windows at Work einstellte.

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Die Neuauflage bietet sich an, weil Microsoft damit den Willen der Konkurrenz kontern kann, mit speziellen Datengeräten (information appliances) einen Markt zu schaffen. Das junge Unternehmen Diba etwa hat schon allerhand elektronische Haushaltshilfen versammelt: Diba for Kitchen (als Nährwertberater), Diba for Car (als Garagenwärter), Diba for Mail (fürs Telephon mit E-Mail-Empfang). Diesen Geräten, die demnächst bei Panasonic und Mitsubishi in Großserie gehen sollen, sieht man den Computer kaum noch an.

Das Konsumenten-Windows hingegen soll sich über richtige Computer mit Tastatur und Bildschirm etablieren, Brieftaschencomputer allerdings. Mit Fanfarenklang stellen sieben Hersteller dieser Tage solche HPCs vor, Handheld PCs, die zur Not auch noch in eine Hemdtasche passen. Sie sollen Termine verwalten, E-Mail abholen und auch Schriftstücke und Kalkulationstabellen verkraften. Ein garantierter Erfolg, meinen Branchenkenner, weil außen alles wie Windows aussieht, auch wenn innen alles anders ist.

Microsoft machte den sieben Hardwarebauern genaue Designvorgaben. Alles ist normiert, vom kleinen Risc-Prozessor im Inneren bis zur Größe des Stifts, mit dem man - anstelle einer Maus - die Programme bedient.

Nun werden die sieben den Spott ertragen müssen. Denn die erste Generation der HPCs - Casio, Compaq und NEC fertigen bereits in Serie - wird ein großer Flop, weil die Maschinchen untauglich für den Alltagseinsatz sind. Die HPC-Hardware und die Windows-CE-Software passen nämlich nicht zueinander, sondern tun nur so, als ob.

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