3-D im Internet: Ein Gespräch mit Mark Pesce, dem Schöpfer von VRML
Der Softwarestandard VRML soll das Internet zu einem begehbaren Raum machen
Der Geschichte von Mark Pesces VRML kann man entnehmen, wie sehr eine solche Leistung von der Gemeinschaft im Netz lebt. Und woran ihre Schöpfer wirklich interessiert sind: an der Suche nach neuen medialen Formen, an der Entwicklung einer Maschine zur Verstärkung unserer Geisteswerkzeuge - und nicht an hirnlosem Technikfortschritt. Das geht bis hin zu Pesces Hoffnung, sein Werk möge dem kalten, intellektuellen Computerwesen eine spirituelle Dimension verleihen.
ZEIT: Sie sind Zögling einer Elite-Uni . . .
Pesce: Ich war am Massachusetts Institute of Technology , aber ich habe keinen Abschluß. Man hat mich rausgeworfen. Wenn ich noch einmal die Wahl hätte, würde ich auf eine Kunsthochschule gehen, nicht mehr irgendwohin, wo man so fixiert auf Technik ist. Das war auch die Zeit, wo ich erst mit meinem Schwulsein zurechtkommen mußte. Im ersten Jahr am MIT bestand ich kaum die Fachprüfungen, aber ich gewann einen Preis für Belletristik. Das zweite Jahr war schon das letzte. Ich ging und kam nie wieder. Fünf, sechs Jahre lang hatte ich ein schlechtes Gewissen, aber inzwischen quälen mich auch meine Eltern nicht mehr damit, weil ich ja berühmt bin.
ZEIT: Was geschah denn in den zehn Jahren zwischen MIT und VRML?
Pesce: Ich habe weiter an Computern gearbeitet und mir gedacht, daß digitale Kommunikation das wirklich heiße Gebiet sein würde. Nach allerhand Jobs ging ich zu Shiva. Die Firma hatte kaum fünfzehn Leute, als ich anfing.
ZEIT: Das war wann?
- Datum 21.02.1997 - 13:00 Uhr
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- Quelle (c) DIE ZEIT 1997
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