Eric Danke hatte Pech in Las Vegas. Er wollte unbedingt die Siegfried & Roy-Show sehen. Doch ein Tiger hatte kurz zuvor einen der beiden blonden Dompteure angefallen. Die Show fiel aus.

Jetzt will Eric Danke wieder Urlaub in den USA machen, und diesmal soll es klappen. Wann treten Siegfried & Roy auf? Die Antwort findet Eric Danke auf seinem Schreibtisch. Er wählt T-Online an, geht ins Internet und sucht dort die Termine der Show. Im Online-Dienst sieht er auch gleich, ob es noch Platz in der Maschine nach Los Angeles gibt.

Eric Danke, 57, ist Geschäftsführer des größten deutschen Online-Dienstes T-Online. Seit siebzehn Jahren baut der Nachrichtentechniker an diesem elektronischen Marktplatz. Damals noch Beamter im Bundespostministerium, hat er den Vorgänger BTX entwickelt. Die Computerwelt hat den Bildschirmtext belächelt, kaum einer wollte ihn haben. Aus einem Karton fischt Danke ein flaches Kästchen, das alte BTX-TV-Set. Davon hat er gerade mal 50 000 Stück verkauft.

"Der Weg war steinig", sagt Eric Danke, "aber ich war von der Sache überzeugt." Er spricht mit dem ruhigen Selbstbewußtsein desjenigen, der weiß, was er geleistet hat.

Heute ist T-Online mit 1,4 Millionen Benutzern der größte Online-Dienst außerhalb Amerikas. In den vergangenen sechs Monaten sind 200 000 neue Kunden dazugekommen. Wer online ist, darf mit dem schönen Gefühl einschlafen, auf der Höhe der Zeit zu sein. Doch wie funktioniert ein Online-Dienst?

Definition

Ein Online-Dienst bietet die Möglichkeit, vom Computer über das Telephonnetz auf Informationen und Dienstleistungen zurückzugreifen. Wer einen PC besitzt, braucht nur noch ein Modem (oder eine ISDN-Karte) sowie die Software des Online-Dienstes. Ist der Computer erst einmal angeschafft, ist es nur noch ein kleiner Schritt, ihn zu vernetzen. Deshalb wird der Markt der Online-Dienste in den nächsten Jahren noch gewaltig wachsen. "Wir haben in Deutschland etwa zwölf Millionen PCs", sagt Eric Danke. "Vor jedem sitzt ein möglicher Online-Benutzer."

Zentrale DatenBank

Im Telekom-Gebäude neben dem Hauptbahnhof von Ulm steht der Zentralrechner von T-Online. Um das System gegen Ausfall zu sichern, wird ein zweiter Rechner ständig im Stand-by-Modus gefahren. "Vor zehn Jahren füllten diese beiden Rechner noch zwei große Säle", erzählt Eric Danke. Auf dem Dach des Hauses stand ein Aggregat, das Kühlwasser aus der Donau pumpte. Heute ist dieser Rechner nur noch so groß wie ein eintüriger Kleiderschrank. "Vor zehn Jahren hat er fünfzehn Millionen Mark gekostet, heute nur noch zwei - arme IBM", sagt der Geschäftsführer.