Am Ende wird Bonn immer eingeholt. Sollen sich doch die Lokalpolitiker draußen im Lande mit dieser Wehrmachtsausstellung rumschlagen, mögen manche in der Bundesstadt gehofft haben. Vergebens. Was München spaltete, treibt nun Frankfurt in den Streit, und, wenn nicht alles täuscht, dann klopft das Problem auch gerade an die Tür des Regierungsviertels.

Wenn auch leiser, irgendwie subtiler. Rhetorische Ausfälle wie das Wort von der "Hetzausstellung" (Erika Steinbach, CDU) sind aus Bonn nicht zu vermelden. Statt dessen werden Briefe geschrieben und zur Einsicht gegeben, es wird telephoniert und geflüstert: In welchem Gebäude, heißt die Frage, soll die umstrittene Ausstellung im Oktober 1998 gezeigt werden?

Im Haus der Geschichte! lautete die erste Idee. Aber Museumsdirektor Schäfer winkt ab: Vom Termin her unmöglich, Raumprobleme, und schließlich habe sein Haus gerade eine, thematisch verwandte, Ausstellung über Kriegsgefangene präsentiert. Daß er die Wehrmachtsausstellung außerdem für "fachlich umstritten" und "einseitig" hält, fällt da kaum mehr ins Gewicht.

Warum dann die vieldiskutierten Bilder nicht ins Zentrum der Diskussion rücken, ins deutsche Parlament?

Weil es nicht Aufgabe des Bundestages sei, "eine derart stark polarisierende Ausstellung in seinen Räumlichkeiten zu zeigen", antwortete Rita Süßmuth. Das ist eine Erklärung, die offenbart, daß der Phantasie kaum Grenzen gesetzt sind, wenn es darum geht, eine Ausstellung, die alle sehen sollen, im eigenen Hause zu verhindern.

Bleiben die beiden Grünen-Abgeordneten Beck und Häfner, die das Thema jetzt ins Plenum tragen. Sie warfen einen weiteren Ausstellungsort in die Debatte: das Museum König, dort, wo einst der Parlamentarische Rat tagte.

Museumsdirektor Naumann hatte noch keine Gelegenheit, nein zu sagen er wurde nicht gefragt. Wie zu hören ist, sind aber für den entsprechenden Zeitraum Umbauarbeiten geplant.