Das "Lexikon der Weltarchitektur" hat es wohl am besten getroffen.

Es lobt an dem (nur ganz von ferne an Scharoun erinnernden) "organischen Funktionalismus" der Berliner Fehling und Gogel, daß ihre Raumkompositionen "aus einer inneren musikalischen Symmetrie heraus Harmonie und ein wohltuend ausbalanciertes Gleichgewicht auf mehreren Ebenen" hervorriefen. Der Ruhm, den sich diese beiden unnachahmlichen Architekten von 1953 an erworben hatten, beruht nun nicht auf besonders vielen, sondern auf wenigen, besonders prägnanten Bauwerken, die alle ein staunen machendes Raumwunder enthalten, in Gestalt raffiniert gebrochener, elegant rhythmisierter Treppenhäuser und -hallen, in denen es ein Vergnügen ist, Treppen zu steigen (statt Fahrstuhl zu fahren). Es sind lauter berühmt gewordene Bauten, so wie die Max-Planck-Institute für Bildungsforschung (Berlin) und Astrophysik (in München-Garching) und, dort gegenüber, das Hauptquartier des European Southern Observatory (ESO). Nun ist am 28. Februar, gut ein Jahr nach dem damals 86jährigen Hermann Fehling, sein Kompagnon Daniel Gogel gestorben, wenige Tage vor seinem 70. Geburtstag. Es gibt einen schönen Satz von ihm. "Ein Gebäude", sagte er, "muß seinen Benutzern Spaßvergnügen machen."

Das populärste Haus von Fehling und Gogel ist der Berlin-Pavillon am S-Bahnhof Tiergarten, 1953 zur Interbau errichtet, 1992 von Daniel Gogel restauriert - nun ein schöner Ort der Erinnerung an zwei außergewöhnliche Berliner Architekten.