NEW YORK. - In der vergangenen Woche las ich eine Liste der Reichen, die seit 1992 im Weißen Haus übernachtet haben. Wieviel bezahlten sie dafür? Ich war auf einen Schock vorbereitet. Dann sah ich den Namen meiner Frau. Und meinen. Ja, wirklich.

Wird es eine Untersuchung des Senates über die Leute geben, die dort eine Nacht verbrachten? Wie werde ich meine Übernachtung dem scharfen Senator Alfonse D'Amato erklären?

Szene: Ein Anhörungsraum des Senates. Ja, wir haben im Weißen Haus übernachtet - ja, im Lincoln-Schlafzimmer. Ja, ich war ein Spender. 1992 habe ich Clintons Wahlkampagne mit 25 Dollar unterstützt.

1993 wurden meine Frau Adele Chatfield-Taylor und ich zu einem Abendessen ins Weiße Haus eingeladen.

Nein, wir kannten die Clintons nicht. Warum bemühte sich der Präsident um mein Wohlwollen? Ich weiß es nicht. Wir gehörten zu Hunderten, die an jenem Abend seine Gäste waren. Nein, Sir, es gab keine Staatsoberhäupter, keine Stars, keine Reden. Ja, das Essen war gut. Wer sonst noch da war? Ich erinnere mich an Margaret Truman, die Tochter des ehemaligen Präsidenten. Ist sie eine Waffenhändlerin?

Ich weiß es nicht. Sie übernachtete im Lincoln-Schlafzimmer, und es war die erste Nacht, die sie im Weißen Haus verbrachte, seit sie dort einmal gelebt hatte.

Nach dem Abendessen spielte die Band des Marine Corps zum Tanz auf. Adele, die die Chance nutzen wollte, erzählte Mr. Clinton, daß sie als Präsidentin der Amerikanischen Akademie in Rom schon immer einen Traum gehabt hätte, nämlich den, daß er am hundertsten Geburtstag der Akademie im April 1994 den begehrten Rom-Preis an die siegreichen Maler, Komponisten, Schriftsteller und Wissenschaftler aus ganz Amerika überreichen werde. Und Präsident Clinton sagte, mach' ich. Nein, Senator, sie steckte ihm keinen Briefumschlag in seine Tasche.