Am Oberrhein soll dem Lachs der Weg geebnet werden. Während früher die Fische von der Nordsee bis in die klaren Bäche des Schwarzwald wandern konnten, riegeln heute zehn Staustufen zwischen Karlsruhe und Basel den Wasserweg ab. Das erste Hindernis, die zehn Meter hohe Staustufe Iffezheim südlich von Karlsruhe, sollen die Lachse ab dem Jahr 2000 wieder überwinden können. Dazu entwickelten französische Wasserbauingenieure einen rund 300 Meter langen "Fischpaß", der aus 38 treppenförmig aneinandergereihten Becken besteht. Damit die Wanderfische die künstliche Stromschnelle finden, muß so viel Wasser hindurchrauschen, daß eine "Lockströmung" entsteht. Das kommt auch dem Kraftwerk Iffezheim zugute. Eine in der Strömung installierte Turbine soll es auf eine Jahresleistung von über drei Millionen Kilowattstunden bringen. Damit ließen sich siebzig Prozent der Iffezheimer Haushalte mit Energie zu versorgen. Hat das fünfzehn Millionen Mark teure Projekt Erfolg, soll als nächstes die Staustufe Gambsheim bei Straßburg umgebaut werden.