In einer europaweiten Studie bekamen 48 Patienten Mäusezellen ins Hirn gespritzt, die zuvor mit einem gentechnisch veränderten Retrovirus infiziert worden waren. Forscher des Schweizer Pharmakonzerns Novartis hatten in die Viren ein Gen eingeschleust, das diese gegen das Medikament Ganciclovir empfindlich macht. Werden die infizierten Mäusezellen in das Tumorgewebe gespritzt, springt das Virus in die menschlichen Hirnzellen über. Injiziert man nun Ganciclovir, werden all jene Zellen abgetötet, die sich teilen.

Damit werden vor allem die wuchernden Tumorzellen getroffen. Gesunde Hirnzellen bleiben verschont, da sie sich nicht teilen. Erfolg der gewagten Prozedur: Bei vielen Kranken ist die Tumormasse nach zehn Monaten um die Hälfte zurückgegangen. Nach diesem Anfangserfolg suchen die Mediziner nun weitere (nichtoperierte) Probanden für ihre nächste Studie.