Cindy? Rita? Camelia? Das Blindekuh-Spiel ist vorbei und hat ein geradezu königliches Ende gefunden. Scottish Queen hieß das Tier, das im westfälischen Höxter an der Rinderseuche BSE verendete.

Molekularbiologen kamen der rätselhaften Identität mit Hilfe von Erbgutanalysen auf die Spur. Queeny, die Tochter der Königin, verriet das britische Geblüt ihrer Mutter - mit 95prozentiger Sicherheit. Schon triumphiert man im Bonner Landwirtschaftsministerium, Deutschland könne nun als BSE-frei gelten. Und damit das so bleibt, sollen die 5200 aus Großbritannien und der Schweiz importierten Tiere geschlachtet werden.

Doch ist ungewiß, ob man über den Kadavern nicht nur einen Pyrrhussieg feiern wird. Denn mögen die deutschen Bauern jetzt auch rehabilitiert sein, der europäische Tierhandel erscheint in einem düsteren Licht: Etikettenschwindel allerorten. Was fehlt, sind sinnvolle Kontrollen vom Futtertrog bis zur Schlachtbank. Wer die Verbraucher sicher schützen will, darf sie nicht nur mit Schlachtopfern beruhigen.

Das wird spätestens dann klar, wenn es wieder einmal heißt: Cindy?

Rita? Camelia? Oder doch Liselotte?