Wer hat sich nicht alles geäußert? Wo ertönte nicht heftige und mitunter haltlose Kritik? Für Journalisten und Schriftsteller, für den New Yorker Senator Alfonse d'Amato und für Sprecher jüdischer Organisationen, für Wirtschaftskapitäne und Bankiers ist über Nacht die Schweiz nicht nur zum Thema geworden, sondern zur Zielscheibe.

Es hagelte Vorwürfe und Verdächtigungen und bittere Wahrheiten.

Nur eine Instanz hielt sich monatelang zurück: die Schweizer Regierung.

Ständig hinkte sie der Debatte hinterher, begnügte sich mit Ausflüchten und Unschuldsbeteuerungen. Vorige Woche hob dann Bundespräsident Arnold Koller endlich an zu einer Rede über die Lage der Nation.

Nach dem unbeholfenen Krisenmanagement lagen die Erwartungen niedrig.

Doch der Appenzeller verblüffte die zunehmend skeptischeren Schweiz-Beobachter.

Er fand den Ton und traf die Inhalte. Mit dem Vorschlag einer mit sieben Milliarden Franken dotierten "Stiftung für Solidarität" beweist die Schweiz, was ihr kaum noch jemand zugetraut hat: Großzügigkeit.