"Einige, auch in meiner Partei, möchten für die Alteigentümer mehr Zugriffsmöglichkeiten auf Grund und Boden. Diese Politiker aus dem Westen nehmen offensichtlich die ostdeutschen Realitäten nicht zur Kenntnis. Wir sind uns zwar alle einig, daß das, was damals geschah, Unrecht war. Aber dieses Unrecht kann nach fünfzig Jahren nicht wieder ungeschehen gemacht werden, ohne erhebliche neue Ungerechtigkeit zu schaffen. Mit den bisherigen Regelungen ist ein Kompromiß gelungen, der allen Beteiligten ein ausgewogenes Maß an Gerechtigkeit widerfahren läßt. Die damals erreichte Einigung darf man jetzt nicht leichtfertig aufs Spiel setzen."

Paul Krüger,

Sprecher der ostdeutschen CDU-Bundestagsabgeordneten

"Ja, wie lange muß eine Tat zurückliegen, um historisch nicht mehr als reversibel angesehen zu werden? Als 1815 die Bourbonen in Frankreich wieder an die Macht kamen - das war 26 Jahre nach der Französischen Revolution -, sahen sie sich außerstande, die Enteignungen der Napoleonischen Zeit rückgängig zu machen. Und wer jetzt mit dem Grundgesetz wedelt und sich auf den verbrieften abstrakten Eigentumsbegriff im Artikel 14 beruft, dem kann man nur entgegenhalten, daß das Grundgesetz am 23. Mai 1949 in Kraft getreten ist. Die Enteignungen lagen aber davor. Sicherlich hatten diese Maßnahmen damals einen hohen Unrechtsgrad. Aber die Geschichte ist darüber hinweggegangen."

Lothar de Maizière,

letzter Ministerpräsident der DDR (CDU)

"Insgesamt investierten wir seit Mitte 1990 in Ostdeutschland 68 Milliarden Mark, davon 36 Milliarden in die Schienenwege, 18 Milliarden in den Straßenbau, eine Milliarde in Wasserwege und 13 Milliarden in den öffentlichen Nahverkehr. 11 000 Kilometer Schienenwege und 5000 Kilometer Straßen wurden bisher aus- und neugebaut. (. . .) Ich bin davon überzeugt, daß die Infrastruktur in den neuen Ländern im 21. Jahrhundert einer der größten Standortvorteile sein wird. Berlin profitiert davon mit Abstand am meisten: Wir investieren bis zum Jahr 2012 allein in der Hauptstadt rund 13,5 Milliarden Mark in die Infrastruktur - soviel wird in keiner anderen Stadt der Welt investiert."