Ob der Sprecher des Washingtoner State Departments noch zu seinen Worten steht? Vor wenigen Wochen erst hatte Nicholas Burns die Bundesregierung wegen ihrer vermeintlichen Diskriminierung von Scientology gescholten. Jetzt erfahren er und seine Landsleute aus der Feder eines amerikanischen Journalisten, daß Bonn durchaus recht hatte mit seiner kritischen Haltung gegenüber der Sekte.

In einem ausführlichen Bericht schildert die New York Times, wie die Scientologen nach einem 25jährigen Kampf die Anerkennung als steuerbegünstigte Religionsgemeinschaft wiedererlangten. Gegner war die US-Finanzbehörde IRS (Internal Revenue Service). Sie wurde, laut Recherchen der angesehenen Zeitung, mit Penetranz, Unterwanderung und Spionage dermaßen eingeschüchtert, daß sie Scientology vor vier Jahren den Status als Religion erneut zuerkannte.

Zahlt sich Druck aus? Hierzulande haben die Scientologen mit einem monströsen Brief an den Kanzler und Verunglimpfungen der Bundesrepublik nichts bewirkt. Das muß auch so bleiben. Ein Unternehmen mit brutalen Geschäftsmethoden verdient keinen staatlichen Ablaß.