Der Weg zur großen Liebe ist eine unendliche Reise. Und sie nimmt die merkwürdigsten Wendungen.

Verehrter Leser. Sie merken es sofort: Dies ist ein Bericht aus dem täglichen Leben. Und auch in unserem Pressehaus am Speersort 1 ist das Leben täglich und die Liebe eine unendliche Reise.

Eine unserer grundsätzlichsten Losungen lautet denn auch: Der Weg zur großen Liebe führt nur über eine unendliche Recherche. Lieber Leser. Gestern war unser Ost-Recherche-Tag. Dieser Tag sollte in den Dienst gestellt werden unserer unstillbaren Sehnsucht nach unendlicher Theaterliebe. Dem Theaterglück, das sich irgendwo versteckt hält im verborgenen und wartet, daß wir kommen, es entdecken und küssen.

Wir griffen zum Telephon. "Hallo. Ist da das Theater in Zwickau?" - "Nein, hier ist das Theater in Zittau. Die Pforte. Gutentag." - "Gutentag. Bitte das Pressebüro." - "Das Pressebüro - das bin ich." - "Ah. Dann bitte die Dramaturgie." - "Die Dramaturgie - das bin ich. Ich bin auch die Intendanz. Ich bin hier ganz allein." - "Oh. Dann schicken Sie uns doch eine Mappe, in der wir einfach alles über das Theater Zittau erfahren können." - "Nein. Das geht nicht. Da müssen Sie zuerst das Porto übersenden." - "Entschuldigen Sie. Hier ist die ZEIT. Schicken Sie es einfach ans Feuilleton. Das ist gut für Zittau. Wir wollen über Zittau berichten." - "Also gut. Geht alles an Herrn Feuilleton."

Verehrter Leser! Da schreibt man Jahre, damit die Kultur blühe und sich entfalte, und das alles, ohne daß da mal irgend jemand kommt und dankt und küßt - und plötzlich ist da die Pforte aus Zittau und baut uns mit einem einzigen Satz für die lieblose, so danklose Kultur wieder auf. Alles für Herrn Feuilleton! Welch ein Satz! Welch Gefühl von Anerkennung und Zärtlichkeit strömt von ihm aus.

Wir haben sofort weiterrecherchiert: "Hier ist die ZEIT. Ist da das Theater in Radeburg?" - "Nein. Hier ist die Feuerwehr."