Portrait der Insektenforscherin May BerenbaumSeite 3/3

Ende der Spekulation. Neben ihren populären Studien widmet sich May Berenbaum auch ernsthaften Dingen. Sie leitet die Fakultät und eine Forschungsgruppe. In ihrem Labor wird zentrifugiert und pipettiert wie in tausend anderen Labors. Seit zwanzig Jahren spürt sie dem Zusammenhang zwischen dem Freßverhalten bestimmter Schmetterlinge und der Produktion pflanzlicher Abwehrstoffe nach. Die Larve des schwarzen Schwalbenschwanzes Papilio polyxenes, hat sie unter anderem herausgefunden, nagt an Doldenblütlern wie Möhre, Fenchel, Petersilie oder Dill und verdaut dabei erstaunliche Mengen giftiger Furanocumarine. Das schafft sie mit Hilfe von Cytochrom-P450-Monooxygenasen sowie einer ausgeklügelten Strategie der Anpassung. Das entsprechende Gen ist auch schon lokalisiert.

Nur: Wird uns die Raupe so sympathischer?

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Das andere der beiden Terrarien in May Berenbaums Büro beherbergt zwei tote Kakerlaken. Sie sind zwischen Schokoriegeln, Zuckerwürfeln und Marshmallows verendet und zeigen ihre fetten gelben Bäuche. Ein süßer Schabentod. Bis sich nach fünf Minuten herausstellt: Sie sind nicht tot. Sie halten nur gerade Mittagsschlaf.

Vor drei Jahren war May Berenbaum Gast bei Radio Wisconsin, in der beliebten Sendung "Was wollen Sie wissen?". Auf alles Mögliche hatte sie sich vorbereitet - wie giftig sind Wespenstiche, warum gibt es Moskitos? -, aber dann verblüffte sie der Moderator mit der Fangfrage, ob Insekten einen freien Willen haben. Da mußte sie passen.

Nicht daß das zu den drängendsten Problemen gehört. Nur eine Antwort hätte man gern.

 
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