Karlheinz Stockhausen arbeitet seit vielen Jahren zurückgezogen an seinem monumentalen Opern-Zyklus "Licht" und pflegt nur sporadische Kontakte zur Presse. Der ZEIT gewährte er keine Audienz, erklärte sich aber bereit, sechs Krautrock-Klassiker zu analysieren und zu bewerten.

Das Procedere gestaltete sich schwierig, weil Stockhausen nicht direkt mit der ZEIT kommunizierte, sondern einen Mittelsmann einschaltete.

Der überbrachte eine Kassette mit sechs Stücken beziehungsweise Ausschnitten aus längeren Werken, erledigte die umfangreiche Fax-Korrespondenz und ließ uns die genauen Druckauflagen des Komponisten zukommen.

Wichtigste Anweisung: "Es darf nichts aus meinem Text gestrichen werden."

So erklärt sich auch ein mißverständlicher Satz in Stockhausens Originalmanuskript: "Es wundert mich, daß die Dauern der ersten vier Stücke so ähnlich sind." Durch den schwierigen Entstehungsprozeß war dem Komponisten nicht klar genug vermittelt worden, daß es sich bei einigen der zur Beurteilung vorgelegten Werke um Exzerpte handelte.

Obwohl Stockhausen nach der Übersendung des Textes an die ZEIT von dieser Tatsache in Kenntnis gesetzt wurde, wünschte er eine Veröffentlichung der unveränderten Erstfassung.

Karlheinz Stockhausen gehört zu den wenigen Komponisten der zeitgenössischen Musik, die im "Rock Lexikon" von Siegfried Schmidt-Joos und Barry Graves einen Eintrag haben. Eingerahmt von der britischen Blues-Rock-Gruppe Stone the Crows und den Hit-Produzenten Stock-Aitken-Waterman.