"Wichtige Ziele zerstören"

Nach dem Anschlag von Dhahran: Übt Amerika Vergeltung gegen den Iran? von Michael Schwelien

Washington In der Nacht des 25. Juni 1996 trat Sergeant Alfredo Guerrero auf das Dach eines der Khobar Towers genannten Apartmentgebäude.

Schwüle Hitze herrschte, typisch für die am Persischen Golf gelegene saudische Stadt Dhahran. Guerrero grüßte zwei Kameraden der amerikanischen Luftwaffenpolizei, die auf dem Dach postiert waren. Dann schaute er auf den öffentlichen Parkplatz. Er sah einen weißen Chevrolet vom Typ Caprice herankommen. Das Auto allein hätte seine Aufmerksamkeit nicht sonderlich erregt. Der Caprice, der einer umgedrehten Badewanne ähnelt, wird von vielen Arabern gefahren. Aber ihm folgte dichtauf ein Mercedes-Tanklastzug. Die beiden Fahrzeuge näherten sich dem drei Meter hohen Kettenzaun, der den Parkplatz vom Militär-Wohnkomplex trennt. Der Tanklastzug fuhr rückwärts bis an den Zaun heran.

Anzeige

Zwei Männer sprangen heraus und liefen zu dem Caprice, der davonraste.

"In dem Moment machte es bei mir klick", sagte Guerrero später.

Er rannte mit den beiden Wachposten von Stockwerk zu Stockwerk.

Sie pochten an die Türen: "Raus, raus, schnell, raus!" Als Guerrero auf der siebten Etage ankam, bestätigte sich seine Befürchtung: Eine ungeheure Explosion zerfetzte die Luft. Sie riß die ganze Gebäudewand weg. Noch in einem Kilometer Entfernung barsten Glasscheiben.

Neunzehn amerikanische Soldaten starben, Hunderte wurden verletzt.

  • Artikel Auf einer Seite lesen
  • Schlagworte Bill Clinton | Newt Gingrich | Anschlag | Chevrolet | Iran | Kanada
Service