Als die britische Rundfunkgesellschaft BBC 1981 eine Fernsehserie plante, die das Empire auf das digitale Zeitalter vorbereiten sollte, suchte sie einen elektronischen Hauptdarsteller, einen Rechner, an dem sich alles Nötige vorführen ließ. Er sollte die britische Staatsangehörigkeit besitzen und möglichst wenig Computerchinesisch voraussetzen.

Das war die Stunde der Computerbastler Chris Curry und Hermann Hauser, zweier gescheiterter Physikstudenten, die in Cambridge gerade die Firma Acorn gegründet hatten. Ihr Rechner namens Proton ließ im Bewerbungsverfahren die Konkurrenz weit hinter sich. Marktforscher meinten, Acorn könne von einer solch famosen Maschine gut und gerne zweitausend Stück absetzen. Es wurden mehr als zwei Millionen.

Der Proton, der bald unter dem Namen Acorn BBC antrat, hatte viel zu bieten. Das Betriebssystem war eingebaut und mußte nicht, wie damals üblich, erst von einer Diskette geladen werden. Auch Programme für Textverarbeitung, Tabellenkalkulation oder sogar für die Herstellung kompletter Publikationen gab es als Fertigbausteine; man konnte sie in die Hardware einstecken, so daß sie ohne langwieriges Startritual sofort nutzbar waren. Am Bildschirm ließen sich farbige Graphiken erzeugen und frei mit Text mischen. Freilich waren damit die 32 Kilobyte Speicherkapazität des Acorn BBC schnell erschöpft. "No room", meldete er trocken, wenn es wieder einmal soweit war.

Man schaltete dann einfach auf eine graphisch weniger aufwendige Bildschirmdarstellung um. Eine der sieben verfügbaren Varianten sah aus wie Ceefax, der Teletext im britischen Fernsehen. Es gab sogar Erweiterungsmodule, mit denen der Rechner Teletext-Nachrichten aus dem Äther holen und dann am Bildschirm anzeigen konnte.

Für den Anschluß zusätzlicher Geräte waren gleich elf Schnittstellen eingebaut. Über eine sogenannte Econet-Buchse konnte man sogar mehrere BBC-Rechner zu einem Netz verbinden. Bill Gates persönlich, der Gründer von Microsoft, hat sich die Technik Anfang der achtziger Jahre mal in Cambridge zeigen lassen, hielt sie aber letztlich für unnütz, vor allem für unverkäuflich. "What's a network?" soll er bei der Vorführung gefragt haben.

Gerade die Netztechnik, die ihrer Zeit weit voraus war, verhalf dem Acorn BBC in englischen Schulen, Universitäten und Laboren zu großem Erfolg. Auch in den USA versuchte die Firma noch einmal aufzutrumpfen, als der heutige Standard-PC schon auf dem Vormarsch war - mit Prozessoren von Intel und dem Betriebssystem MS-DOS von Microsoft. Wo ein schnelles Netz vorhanden sei, so die Kampagne von Acorn, müsse nicht auf jedem Rechner ein eigenes Betriebssystem laufen. Ein Modell, das Microsoft damals bespöttelte, das heute aber heftig diskutiert wird: in Gestalt des Netzcomputers, des NC, der sich seine Software je nach Bedarf aus dem Internet holt.