Profitgier
Klaus Kinkel sei Dank: Er läßt keine Ruhe. Immer wieder ruft er auf zum Verbot von Produktion und Einsatz der Anti-Personen-Minen.
In sechzig Ländern sind rund 100 Millionen dieser hinterlistigen Waffen in Feldern und an Brunnen versteckt. 20 000 Menschen werden jedes Jahr durch Minenexplosionen verstümmelt oder getötet. Als gäbe es nicht genug Jammer in dieser Welt: Tagtäglich muß man hilflos die Bilder der armseligen Hutu-Flüchtlinge betrachten, die hungernd und ohne Hoffnung in den Urwäldern von Zaire umherirren.
Nichts kann man tun.
Aber gegen jene Minen kann - nein, muß man etwas tun. Sie sind kein Schicksalsschlag. Sie verdanken ihre Existenz ausschließlich der Profitgier ihrer Produzenten, die sich weigern, die Herstellung dieser Zivilisten mordenden Waffe - die militärisch ganz nutzlos ist - aufzugeben.
Deutschland hat einseitig auf Anti-Personen-Minen verzichtet und sich verpflichtet, die vorhandenen Bestände zu vernichten auch hat es dazu beigetragen, daß 1996 die erste erfolgreiche Konferenz in Ottawa stattfand. In der vergangenen Woche haben nun 200 Experten in Königswinter über technische Fragen verhandelt. Jetzt sollte die Öffentlichkeit aller Länder Druck machen.
- Datum 09.05.1997 - 14:00 Uhr
- Quelle DIE ZEIT, 20/1997
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