VIERSEN. - Der große Oggersheimer saß noch in der zweiten Reihe, damals. Schlanker, so erinnere ich mich, war er auch. Und natürlich nicht so mächtig. Sie wissen, wen ich meine? Ihn, der in weiser Vorausschau des Rinderwahns, seinem Freund aus Rußland den Saumagen servierte. Genau, dem Mann mit der unverwechselbaren Stirn. Jener, nach dem später ein Wodka benannt wurde.

Mein Gott, das ist ja schon fast eine dreiviertel Generation her. Damals war sein Blick nach Osten noch durch diese Mauer versperrt. Irgendwie hat er sich schon gut gehalten, oder? Andererseits, wer sollte ihn auch umstoßen?

Dieser Kleine mit der hohen Stimme und der noch höheren Stirn, der Helmut schon sehr früh Helmut nennen durfte? Der wurde gleich sein Freund. Selbst für die Bibel wäre Nobbi als David zu klein gewesen.

Etwas mehr habe ich, zugegeben, von Franz Josef gehalten. Aber der blieb, anstatt sich zu streiten, lieber zu Hause, in München.

Nein, den Kopf hat er dort nicht in den Sand gesteckt. Wie denn, bei dem Hals.

Sicher, so dann und wann hat er den Helmut schon geschubst. Doch sonst?

So war das damals. Der eine war Kaiser von Bayern, der andere König von Deutschland.