Unterhalb einer Meerestiefe von hundert Metern gibt es kein Tageslicht - die tiefsten Frequenzen auf der CD "Biokinetics" scheinen von dort herzukommen.

Porter Ricks evozieren Techno als nautisches Klangerleben, sie lotsen mit ihren subsonischen Rhythmen den Hörer von "Port Gentil" nach "Port Of Nuba", von "Port Of Call" bis in die "Nautical Zone".

Sie tarnen sich als Hafenmeister. "Porter Ricks" hieß der freundliche Mann von der Küstenwache in der Fernsehserie "Flipper". Schläge aus speziell angefertigten Rhythmusmaschinen, dumpfes Turbinenstampfen aus dem Bauch eines mächtigen Schiffes. Das Meer ist immer in Bewegung, jedoch ohne Hektik, Zeit für den "Nautical Dub".

Thomas Köner und Andy Mellwig sind zwei junge deutsche Klangforscher, die das Modell Techno geschickt zwischen Club und Kunst hin- und hernavigieren. Sie haben Erfahrung als Tonmeister und im Filmmusikbereich, die Minimal Music war prägend für sie. Verbindungen zur heutigen elektronischen Musik schufen Köners Solowerke für das niederländische Künstler-Label Barooni.

Aus der Kombination verschiedener Arbeitsweisen, die jeweils mehr die rein klanglichen oder die strukturellen Aspekte minimalistischer Musiken zum Inhalt hatten, erwuchs das Projekt Porter Ricks. Das Duo arbeitet ohne gesampeltes Fremdmaterial, komponiert und generiert alles selbst im Dortmunder Tonstudio. Sequenzer und Tiefpaßfilter sind die wichtigsten Instrumente.

Töne als schwingende Materie. Die Tiefe, die diesen Schwingungen Raum gibt. Extrem tiefe Töne erzeugen lange Schallwellen, die weite Klangräume umfassen und genau jene hypnotische Geschwindigkeit zwischen Treiben und Bremsen bewirken, die dem Gefühl des Bewegungswiderstandes unter Wasser entspricht.

Der Hörer wähnt sich im Wellenbad: Oben schiebt das Wasser, unten zieht es die Beine weg. Eine galoppierende Baßtrommel und das Rattern eines Zuges verlieren sich schnell im Abstrakten, Beckenschläge verdunkeln sich. Selten ein minimal-melodisches Tropfen, Tuten oder Gongen in der Ferne.