Höhere Einsicht. Allzu schamlos hatten die Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz den kommenden Südwestrundfunk (SWR) mit politischen Vorgaben befrachten wollen. Die Kritik im Interesse der Rundfunkfreiheit folgte prompt (ZEIT Nr. 18/1997).

Die neue Anstalt sollte - unter anderem - ihr Hörfunk-Kulturprogramm und ihre Popwelle nicht regional auseinanderschalten dürfen. "In diesem einen Punkt" wollen Erwin Teufel und Kurt Beck den eigenen Staatsvertragsentwurf doch noch korrigieren - kurz vor der Unterzeichnung am 31. Mai und der anschließenden Ratifizierung durch die Landtage.

Doch bleibt der "kritische Punkt" (so SDR-Intendant Hermann Fünfgeld), daß die öffentlich-rechtliche Programmautonomie weiterhin nur eingeschränkt bewilligt werden soll.

The show must go on. Der Neger war blond und obendrein eine Frau.

Brav stand sie unterhalb der großen Studiokamera und hielt Harald Schmidt handgemalte Plakate mit den Stichworten seiner Gags vor Augen: "Vatertag", "Hypnose", "James Last" und so weiter. "Neger" - so heißen im TV-Jargon eben diese Gedächtnisstützen aus Pappe für Fließband-Fernsehmoderatoren, die schließlich nicht alles auswendig können. Dem Zuschauer daheim bleibt dergleichen verborgen.

Es war nicht der einzige Erkenntnisvorteil eines persönlichen Besuchs der "Harald Schmidt Show" im Kölner "Capitol". Sehenswert auch: wie Schmidt in einer Werbepause erst ganz ernst und dann wie leer wirkte - angestrengt und erschöpft wie wir alle mal.

Doch der Takt der Television ist unerbittlich: Auf ein Zeichen des Aufnahmeleiters hin fing Schmidt an zu grimassieren, brachte sich wieder in Stimmung. Und verläßlich sagte der Maskenmann sein nächstes Sprüchlein auf.